Das harte Geschäft mit der Kinderbetreuung

Kinderbetreuung ist ein Problem der Gegenwart, das viele seltsame Blüten treibt. Wussten Sie nicht? Gerne schildern wir die Problematik auf diesem Gebiet und zeigen Schwachstellen in der Kinderbetreuung auf.

Früher war Babyboom – und heute?

Sieht man sich die Geburtentraten der Vergangenheit an, so ist ein Trend deutlich erkennbar: Grossfamilien sind eher die Seltenheit denn die Regel. Das hat mehrere Gründe: Geld, Zeit, Beruf, Wohnraum, etc. Vor Jahrzehnten wohnten noch mehrere Generationen unter einem Dach. Frauen bekamen Kinder, Männer arbeiteten, Frauen, deren Schwestern und Mütter und Tanten kümmerten sich um die Kinder und zogen sie gross. Das Einkommen der Männer reichte, denn Wohnraum wurde geteilt, die Nebenkosten hielten sich in Grenzen. Heute sieht die Situation markant anders aus. So gut wie jeder ist emanzipiert, in seinen eigenen vier Wänden zu wohnen. Mehrgenerationenhaushalte sind die Minderheit. Kinder wachsen nicht mehr in Grossfamilien auf. Ist die Mutter nicht da, braucht es häufig einen Babysitter, eine Tagesmutter oder eine Kindertagesstätte, damit die lieben Kleinen versorgt sind. Und Mütter sind häufig nicht da, wenn man genau hinsieht. Und auch das hat seine Gründe: Das Leben ist teuer geworden! Wohnraum ist Preistreiber Nummer eins! Kaum eine Kleinfamilie kann es sich leisten, vom Gehalt des Mannes alleine zu leben – und das in den eigenen vier Wänden. Weil Frauen vermehrt zurück ins Berufsleben drängen, musste der Markt der Kinderbetreuung schnell wachsen. Und das tat er. Parallel ist die Geburtenrate zurückgegangen. Ein Teufelskreis, der Folgen hat.

Kinderbetreuung boomt – doch das Angebot überwiegt inzwischen

Während in der Zeit des Wandels Betreuungsplätze für unsere Liebsten noch Mangel waren, änderte sich die Situation massgeblich. Die Zeiten, in denen man hoffen musste, für den Nachwuchs Betreuungsplätze zu ergattern, scheinen vorbei. In manchen Gegenden gibt es heute mehr KiTa-Plätze als Winzlinge, die diese in Anspruch nehmen. Die Folge: Eine Kindertagesstätte kann den Betrieb nur solange aufrechterhalten, solange die Auslastung durch betreute Kinder gegeben ist. Das soll natürlich nicht heissen, dass mindestens 5 Kinder pro Betreuer/in angedacht und eingeplant sind. Aber wenn die Kinder ausbleiben, können die KiTas ihre Betreuer/innen nicht mehr finanzieren. Die Folge: Es gibt bereits Gebiete in der Schweiz, wo Kinderbetreuungsstätten mangels Auslastung schliessen müssen.

Guter Rat ist teuer. KiTas sind ein Ort, an dem die Kleinen auf Gleichgesinnte treffen, spielerisch mit anderen lernen und zugleich gut aufgehoben sind, damit Mama und Papa für den Lebensstandard sorgen können, den sie sich wünschen. Bleibt zu hoffen, dass sich die Situation auf einem für alle passenden Niveau einpendelt.